Stimmungsindikator Regionalkonferenzen
Informationsaustausch zwischen der CSU-Kreisführung
und kommunalen Funktionsträgern und Parteimitgliedern
– Stadt Lauf und der Altlandkreis machten den Anfang
– Demografischer Wandel, Ansiedlung von Gewerbe, Tourismus
und Energiewende Herausforderungen der Zukunft
Osternohe (csu) – Die guten Erfahrungen
des vergangenen Jahres haben die CSU-Kreisspitze bewogen,
auch in diesem Jahr den Funktionsträgern und Mitgliedern
der Ortsverbände die Gelegenheit eines Forums zur Darstellung
der gemeindlichen Situation und Diskussion zentraler und gemeinsamer
Themenfelder zwischen Kreis- und Ortsebene zu geben.
Den Auftakt dieser so genannten Regionalkonferenzen bildete
die Kreisstadt Lauf und die Städte und Gemeinden des
Altlandkreises. CSU-Kreisvorsitzender Norbert Dünkel
und Kreisgeschäftsführer Norbert Maschler, der die
Versammlung im Gasthaus „Goldener Stern“ in Osternohe
moderierte, freuten sich besonders, im Kreis der lokalen Mandatsträger
und Parteimitglieder MdL Kurt Eckstein begrüßen
zu können.
Für die Stadt Lauf berichtete CSU-Fraktionsvorsitzender
Christian Mayer. Leider habe sich an der politischen Ausrichtung
im Stadtrat nichts geändert, kritisierte Mayer, der von
einer „Ökodiktatur“ von Bürgermeister
Bisping sprach.
Das Vorhaben, Schönberg in den ÖPNV einzubinden,
sei heftig umstritten. Vor Ort regt sich ebenso Widerstand,
wie gegen die Windkraft in Bullach und Neunhof. „Die
Tatsache, dass ein grüner Bürgermeister gegen das
eigene Windrad klagen muss, entbehre nicht einer gewissen
Ironie“, kommentierte Mayer die Klage der Stadt Lauf
vor dem Verwaltungsgericht Ansbach.
Der CSU-Fraktionschef kritisierte weiterhin, dass sich Bürgermeister
Bisping freie Hand nehme, die Personalstruktur im Rathaus
nach eigenem Gutdünken zusammenzustellen. Ein Beispiel
dafür sei die hohe Zahl von fünf Mitarbeitern im
Bürgermeisteramt.
Auch die ungebremste Aufstockung des Personals in Erziehungsberufen
gebe Anlass zu Kritik: „Wir bauen eine Kinderkrippe
nach der anderen“, so Mayer. Dies komme zwar in der
Bevölkerung gut an, sei aber nicht langfristig gedacht,
weil auch in Lauf die Kinder weniger werden.
Gleichwohl sei es momentan schwierig, so Mayer, einen Ansatz
zur Kritik zu finden: „Die handwerklichen Fehler und
ökologischen Sonderprogramme des Bürgermeisters
fallen wegen der guten wirtschaftlichen Situation der heimischen
Unternehmen und damit einhergehender sprudelnder Gewerbesteuern
nicht auf“, so Mayer.
In Neunkirchen am Sand beklagen die Bürgerinnen
und Bürger die neu entstandene Verkehrssituation. Die
Sperrung der Staatsstraße von Rollhofen nach Schnaittach
für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen hat dazu geführt,
dass die Brummis nun verstärkt auf die Ortsdurchfahrt
von Neunkirchen ausweichen, wo sich Schwerlastverkehr dadurch
nahezu verdoppelt hat.
Die Gemeinde Ottensoos steht finanziell gut
da, wusste Bürgermeister Klaus Falk zu berichten. Was
Probleme bereitet, sei der Ortskern mit dem Kronen-Bräu-Areal
und die Schließung der Dorfgaststätte. Die Gemeinde
hofft für die Zukunft, dass neben privaten Initiativen
Fördermittel generiert werden können und will eine
Sanierungssatzung für die Ortsmitte auf den Weg bringen.
In Röthenbach an der Pegnitz ist der Gebäude-Leerstand
ein Problem. Außerdem braucht es mitunter sehr lange,
„bis etwas ins Rollen kommt“, wusste CSU-Fraktionsvorsitzender
Wolfgang Gottschalk zu berichten und verwies exemplarisch
auf das Sanierungsgebiet Rückersdorfer Straße und
den Fahrradweg von Lauf in Richtung Leinburg/Altdorf, wo die
Stadt den Förderantrag verschlafen habe.
Zu letzterem bleibt die Hoffnung, vom Innenministerium trotzdem
Mittel zu bekommen. Gotteschalk bat darüber hinaus MdL
Kurt Eckstein, sich weiterhin an den entsprechenden Stellen
für eine Verwirklichung des Projekts einzusetzen.
Rückersdorf ist gut aufgestellt und liegt
beim Haushalt trotz eines Rückgangs der Gewerbesteuer
um 1,2 Millionen Euro im Schnitt, wusste Bürgermeister
Peter Wießner zu berichten.
Schwaig befindet sich ebenfalls finanziell weiter auf der
Sonnenseite. Durch die sprudelnde Gewerbesteuer ergebe sich
im Haushalt ein Plus von zwei Millionen, teilte CSU-Fraktionsvorsitzende
Petra Oberhäuser mit. „Dies versetzt uns in die
komfortable Lage, dass wir uns einiges leisten können“,
so Oberhäuser.
Schnaittach hingegen schleppt eine Reihe von
Problemen mit sich herum, wofür 2. Bürgermeisterin
Karin Müller Bürgermeister Brandmüller in der
Verantwortung sieht und dessen fehlendes Durchsetzungsvermögen
kritisiert.
So geht der CSU die Vermarktung des Gewerbegebiets an der
A9 zu langsam voran. Auf sich warten lässt auch die Sanierung
des Festplatzes. Dazu kommen Altsünden wie die Kanalsanierung,
die Schnaittach finanziell sehr beanspruchen.
In Simmelsdorf werden von der CSU Akzente zur Weiterentwicklung
und Weitergestaltung der Gemeinde vermisst. So hätte
sich Fraktionsvorsitzender Roman Felber von Bürgermeister
Gumann mehr zukunftsorientierte Vorschläge gewünscht,
was demografischen Wandel, Energieversorgung und -einsparung
oder Wirtschaftsförderung betrifft. Unverständlich
für Felber ist die mangelnde Bereitschaft für Investitionen
trotz guter Haushaltslage und überschaubarer Pro-Kopf-Verschuldung.
Kreisvorsitzender Norbert Dünkel
fügte den Referaten einige vor allem für die Kommunen
wichtige Daten aus dem Sozialbericht Nürnberger Land
an. So sei die Einwohnerzahl in vielen Gemeinden rückläufig.
Dünkel: „Wir müssen sehen, attraktive Wohnräume
zu schaffen, denn wer Einwohner hat, hat auch Steuerzahler“.
Weitere interessante Themen aus dem Kreistag, die Norbert
Dünkel aufgriff, waren die nicht befriedigenden Tourismus-
und Übernachtungszahlen im Landkreis. Durch Projektgruppen
soll nun ein Leitbild und eine „Marke“ entwickelt
werden, um das Nürnberger Land als Urlaubsregion attraktiver
zu machen.
Schließlich ist die Energieeffizienz ein großes
Zukunftsthema. Hier sollen unter Federführung von Professor
Dr.-Ing. Brautsch vom Institut für Energietechnik, das
an der Hochschule Amberg-Weiden angesiedelt ist, für
die Gemeinden Möglichkeiten aufgezeigt werden, die Energiewende
aktiv zu gestalten.
Hierzu gehört neben den Einsparmöglichkeiten durch
energetische Sanierungen die Ausweisung von Flächen für
einen regenerativen Energiemix aus Windkraft, Photovoltaik
und Bioenergie. Bis zum Jahr 2030 soll das Nürnberger
Land nämlich, so das ehrgeizige Ziel, den Status eines
energieautonomen Landkreises erreicht haben.
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